Die Schweiz ist ein attraktiver Standort für Online-Casinos, doch das Spielverhalten der Spieler bleibt ein zentrales Thema. Laut dem Schweizerischen Glücksspielregister wurden 2022 rund 340’000 Spieler:innen in der Schweiz als problematisch eingestuft – ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen sind junge Erwachsene im Alter zwischen 25 und 34 Jahren, die häufiger auf Online-Slots oder Sportwetten setzen. Die Branche reagiert mit strengeren Altersprüfungen und digitalen Tools zur Selbstkontrolle, doch die Frage bleibt: Wie viel Spielverhalten ist gesund, und wo beginnt das Risiko?
Die rechtlichen Rahmenbedingungen
Das Schweizer Glücksspielgesetz von 2011 regelt die Lizenzierung und den Betrieb von Casinos, wobei die Kantone eigene Regeln festlegen dürfen. Die meisten Online-Casinos in der Schweiz sind unter der Aufsicht des Schweizerischen Glücksspielamtes (SGA) tätig, das strengere Standards für Werbung, Altersprüfung und Transparenz einfordert als in vielen Nachbarländern. Seit 2020 gelten zudem strengere Regeln für Werbekampagnen: Werbung für Glücksspiel darf nicht mehr mit Sport oder Unterhaltung vermischt werden, und Social-Media-Plattformen müssen explizite Warnungen einbauen. Dennoch bleibt die Grauzone bei Werbung für Online-Slots, wo oft unklare Altersbeschränkungen und aggressive Kampagnen eingesetzt werden.
Selbstkontrolle und digitale Tools
Die meisten Casinos bieten Spieler:innen kostenlose Tools zur Selbstkontrolle an, darunter Zeitlimits, Währungslimits und automatische Sperren bei Überschreitung bestimmter Beträge. Besonders erfolgreich ist das System des „Safe Play“-Programms, das von Casinos wie https://www.casinoinfinity-ch.ch/ und anderen genutzt wird. Laut einer Studie der Universität Bern nutzen rund 60 Prozent der Spieler:innen in der Schweiz solche Tools regelmäßig, doch nur etwa 20 Prozent setzen sie konsequent ein. Kritiker warnen, dass viele Spieler:innen die Tools nur als „Notfallknopf“ nutzen, statt langfristig Verantwortung zu übernehmen.
- 2022 wurden in der Schweiz 340’000 Spieler:innen als problematisch eingestuft – ein Rekordwert.
- Junge Erwachsene (25–34 Jahre) setzen häufiger auf Online-Slots und Sportwetten als andere Altersgruppen.
- Seit 2020 müssen Online-Casinos in der Schweiz explizite Warnungen in Werbekampagnen einbauen.
- Nur etwa 20 Prozent der Spieler:innen nutzen Selbstkontroll-Tools konsequent.
- Die meisten Casinos in der Schweiz sind unter der Aufsicht des Schweizerischen Glücksspielamtes (SGA) tätig.
Die Rolle der Selbstkontrolle im Alltag
Die größte Herausforderung liegt darin, Spieler:innen zu motivieren, Verantwortung zu übernehmen. Viele setzen sich selbst unter Druck, weil sie das Gefühl haben, „nur“ ein paar Euro zu verlieren – doch das Risiko von Schulden, Entzugssymptomen oder sozialen Konflikten wächst mit der Zeit. Studien zeigen, dass Spieler:innen, die sich bewusst Zeit für Selbstreflexion nehmen, deutlich seltener in problematisches Verhalten verfallen. Ein weiterer Ansatz ist die Förderung von Alternativen, wie z. B. Glücksspiel-Apps mit integrierten Bildungsmodulen oder Partnerschaften mit Sportvereinen, die Spieler:innen durch gezielte Kampagnen erreichen.
Fazit: Ein komplexes Thema mit Raum für Verbesserung
Die Schweiz hat in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, doch das Thema Glücksspiel bleibt ein sensibles und vielschichtiges Thema. Während die Branche mit digitalen Tools und strengeren Regularien reagiert, bleibt die Frage, wie Spieler:innen langfristig gesund bleiben können. Eine Kombination aus mehr Aufklärung, finanzieller Beratung und sozialer Unterstützung könnte helfen, das Risiko von Suchtverhalten zu verringern. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Selbstkontrolle am besten funktioniert, wenn sie als Teil eines bewussten Lebensstils verstanden wird – und nicht nur als letzte Option.